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Gepostet by on Sep 2, 2014 in Allgemein |

Technik Tipp Nr.14 Öl im Unimog und MB-Trac

Technik Tipp Nr.14 Öl im Unimog und MB-Trac

Seid vielen Jahren setzte ich mich schon mit dem Ölverbrauch meiner

Unimog

auseinander.Auf Grund einer Empfehlungen zweier ehemaliger Bosch-Dienst-Mitarbeiter die sich intensiv mit älteren Mercedes Motoren auseinander setzten, bin ich auf das 15W50 Motorenöl gestoßen. Auch ein befreundeter ehemaliger Shell Mitarbeiter (Danke an Harald) hat mir die Aggressivität von Teilsyntehischen

Öl

erläutert. Auch haben mich immer wieder Wellendichtringe im Vorgelege zur Wut gebracht wenn ich mehrmals im Jahr diese tauschen mußte. Hier verwende ich nun ein anderes Getriebeöl. Seid langen verwende ich daher in den Unimog das Motorenöl 15W 50 Dieses Öl hat im hohen Temeraturbereich eine etwas zähere Konsistenz und dadurch verringert sich der Ölverbrauch. Da es sich um ein mineralisches Öl handelt werden auch Ablagerungen im Motorraum nicht abgelöst was zu zusätzlichen Ölverlust führt. Moderne Teilsynthetische Öle besitzen diese Eigenschaft die bei neuen Motoren nötig ist, allerdings für ältere Motoren in keinen Fall zu empfehlen – es ist zu dünn und zu aggressiv.
Moderne Mehrbereichsöle wie z.B. 10W-40 oder 5W-30, Teil- oder Vollsynthetische Öle sind für Oldtimer absolut nicht geeignet und haben über kurz oder lang Schäden an Motorbauteilen und Lagern zur Folge. Diese Öle sind nur auf die Bedürfnisse der heutigen Motorengeneration abgestimmt!

• Der Kolben bewegt sich zwar immer noch auf und ab wie vor über hundert Jahren jedoch verwendet man heute viel resistentere Materialien für Kolben, Kolbenringe, Zylinder u.s.w.. Die Verbrennung verursacht heute nur noch einen Bruchteil der Verrußung im Vergleich zu einem Oldtimermotor.
• Der Kaltstart eines Oldtimermotors benötigt ein um ein vielfach fetteres Gemisch und wäscht somit die Zylinderwände wesentlich mehr ab, was auch zu einer größeren Ölverdünnung mit Benzin führt.
• Die Betriebstemperatur der heutigen Motoren liegt bis über 20 Grad Celsius höher und dadurch arbeitet das Öl in einem ganz anderen Temperaturbereich.
• Andere Materialien ermöglichen heute auch viel kleinere Bauteiltoleranzen und Einbauspiele als noch früher.

Diese Liste könnte noch beliebig erweitert werden. Wichtig ist jedoch, daß sie mit dem richtigen Öl das Leben ihres Oldtimermotors beachtlich verlängern können. Außerdem steigt der Öldruck und der Ölverbrauch wird reduziert, welches letztlich zu einer Kosteneinsparung führt.
Ebensolche Erfahrungen konnte ich nun im Bereich der Vorgelege mach. Tiefe Wasserdurchfahrten und fahren im Weidhäuser Schlamm haben mir mehrere Wellendichtringswechsel pro Jahr beschert. Angemerkt sei hierzu
Ab den 60ziger Jahren kamen dann die ersten Hypoid Achsantriebe in Serie. Mit dieser Bauart konnte bei gleicher Baugröße ein viel größeres Drehmoment übertragen werden. Nachteilig sind jedoch die massiven Zahnflankendrücke und Scherkräfte, die den Ölfilm extrem belasten. Es musste also ein noch druckbeständigeres Öl genommen werden. Diese so genannten Gl 5-Öle habe EP Zusätze (Extreme Pressure), welche die Zahnflanken mit Metallsalzen überziehen. Dadurch wird das Öl nicht von den Zahnflanken weggedrückt, so dass der Schmierfilm trotz hoher Belastung (Scherkraft) nicht reißt. GL 1 ist unlegiert und wird in kleinen Mengen für Oldtimer produziert. GL 4 mit EP-Zusätzen und GL 5 mit HD-Zusätzen. Diese GL Bezeichnung ist kein Qualitätsmerkmal, sondern der
Getriebehersteller legt fest, welche Härtung die Zahnflanken bekommen und dafür muß das Getrieböl ausgelegt sein. Wenn also der Hersteller ein GL 4 vorschreibt, dann tue ich mir keinen Gefallen,
wenn ich ein GL 5 einfülle, Das kann gut gehen, muß aber nicht. Hypoid-Verzahnung spielten dabei auch eine Rolle.
Dann kamen auch die Mehrbereichsgetriebeöle, denn man wollte auch im Winter leichter schalten und somit kamen synthetische Komponenten dazu, bis zu vollsynth.Getriebeölen.
Dies ist in meinen Augen alles nichts für unsere Unimog, denn die Schaltringe können aus Bronze sein, Buntmetalle sind drin und wieder die Dichtungen alter Prägung.

Von Fahrzeug zu Fahrzeug bedarf einer speziellen Abklärung ob unlegiertes (GL1), leicht legiertes (GL4 mit EP Zusätzen in geringen Mengen) oder Hypoidöl (GL5) verwendet werden darf. Vorsicht bei Verwendung von modernen GL4 bzw. GL5 Ölen – sie könnten aggressive Wirkstoffe enthalten, die erhebliche Schäden an Dichtungen und Gelbmetallteilen verursachen können.

Eine falsche Entscheidung kann zu Schäden führen!
Seid ich nun eine neues API GL5 SAE 85w-140 Hypoidöl verwende das wiederum im oberen Temperaturberieich zu einer Verbesserung der Dichtfunktion der Wellendichtringe führt haben sich die Schäden gen Null bewegt.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Ölwechsel?

Der optimale Zeitpunkt zum Ölwechsel bei Oldtimerfahrzeugen ist vor dem Überwintern des Fahrzeugs, also gegen Ende Herbst.

Es gibt mehrere Gründe die dafür sprechen:

• Neues Öl schützt den Motor besser vor innerer Korrosion.
• Das neue Öl enthält weniger Kondenswasser. So, nun noch einen Satz zu frischen.neuen Ölen: diese enthalten nie Kondeswasser, dieses entsteht erst im Fahrzeug oder im Faß, wenn man zu große Gebinde vorhält.
Original verschlossene Gebinde halten ewig, aber Öle die mit Sauerstoff in Berührung kommen, altern sofort.

• Durch die noch voll intakten Antioxidantien ist die Alterung des ungebrauchten Öls wesentlich geringer.
• Gebrauchtes Öl ist stark mit Benzinrückständen durchsetzt, dabei entstehen Säuren, welche für schädliche Reaktionen an den Motorenbauteilen verantwortlich sind.

Fazit: Wer seinen Motor langfristig schützen will ersetzt das Öl am Ende der Fahrsaison. Die Sommerkleider werden ja auch nicht schmutzig über den Winter eingelagert!